Käfer auf Weizenähre im Frühjahr 2009 beim Feldbau Apfeltraum.
Käfer auf Weizenähre im Frühjahr 2009 beim Feldbau Apfeltraum.

Biodiversität

Täglich verschwinden gut 150 Arten unwiederbringlich von unserem Planeten. Der rasant fortschreitende Verlust der biologischen Vielfalt ist neben dem Klimawandel das drängendste, globale Umweltproblem unserer Zeit.
Die internationale Staatengemeinschaft hatte sich zum Ziel gesetzt, die Naturzerstörung bis 2010 deutlich zu bremsen. Die Europäische Union ging sogar noch einen Schritt weiter und wollte den Biodiversitätsverlust ganz stoppen. Heute ist leider klar: beide Ziele wurden nicht erreicht. Dabei ist der Erhalt der Biodiversität überlebenswichtig für die Menschheit, denn die biologische Vielfalt sichert die menschliche Ernährung und deckt viele Grundbedürfnisse, zum Beispiel durch die Bereitstellung nachwachsender Rohstoffe oder ihre unverzichtbare Rolle bei der Luftreinhaltung, Bodenfruchtbarkeit oder Wasserversorgung.
Auch die biologische Vielfalt im Bereich der Nutzpflanzen und Nutztiere schwindet in besorgniserregendem Maße. Während Ende des 19. Jahrhunderts weltweit 7.000 Kulturpflanzen angebaut wurden, basiert die Welternährung heute zum Großteil auf nur noch zehn Kulturpflanzensorten. Hauptursache hierfür ist die zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft, die zu einer Standardisierung von Anbaubedingungen und damit auch von Nutzpflanzen führt.
Der Verlust der Agro-Biodiversität gefährdet gerade angesichts des Klimawandels die Stabilität der Landwirtschaft und die Ernährungssicherheit weltweit. Eine Welternährung, die nur noch auf wenigen Arten mit stark eingeschränktem Sortenspektrum beruht, kann den Ausfall einzelner Arten oder Sorten durch Schädlinge oder sich ändernde Umweltbedingungen kaum verkraften und ausgleichen.

Sommer-Emmer 2009, Gut Peetzig.
Sommer-Emmer 2009, Gut Peetzig.

Außerdem zeichnet sich schon heute ab, dass die konventionelle Landwirtschaft durch den Einsatz von chemisch-synthetischen Insektiziden für eine Reduzierung der Insektenpopulation verantwortlich ist, die dazu führt, dass die für den Anbau der meisten Kulturpflanzen unerlässliche Bestäubungsleistung der Insekten dramatisch abnimmt. MÄRKISCHES LANDBROT setzt sich aktiv für den Erhalt der biologischen Vielfalt ein. Beim Getreide verzichten wir auf Hybridsorten, also Sorten, die nicht vermehrungsfähig sind. Auch bei unseren anderen pflanzlichen Zutaten arbeiten wir daran, ausschließlich auf die Erträge samenfester Sorten zurückgreifen zu können. Wir unterstützen einige Initiativen zur Rekultivierung alter Getreidesorten, und bauen diese in Zusammenarbeit mit verschiedenen Betrieben an. Wie zum Beispiel Bergroggen für unser gleichnamig freigeschobenes Brot und Champagnerroggen, der in unterschiedlichen Brotsorten verbacken wird und Emmer für das Emmer-Walnussbrot. Zudem fördern wir die biodynamische Pflanzenzüchtung und unterstützen damit eine Gegenbewegung zu der zunehmenden Monopolisierung in der Saatguterzeugung. Biodynamische Getreidezüchtungen, die wir verwenden sind zum Beispiel der Lichtkornroggen, die Dinkelsorte Oberkulmer Rotkorn, die Weizensorten Pollux, Aszita und Goldblume und die Gerstensorte Pirona.
Der biologisch-dynamische Anbau, aus dem wir unsere Zutaten beziehen, hat nachweislich eine positive Wirkung auf den Erhalt der Artenvielfalt in der Kulturlandschaft. So kommen auf Bio-Äckern deutlich mehr Wildkräuter und Tierarten vor, als auf konventionellen Flächen. Der Ökolandbau ist dafür prädestiniert, die Biodiversität zu schützen, gezielt zu fördern und vielfältige und regionaltypische Kulturlandschaften zu erhalten.