Uli Schmidt
Uli Schmidt

Oktober 2014 – Der Mann für jede Frage
Interview mit Uli Schmidt, Vertrieb, Einkauf & Verkauf, Logistik


Seit 16 Jahren arbeitet Uli Schmidt für MÄRKISCHES LANDBROT in den Bereichen Vertrieb, Logistik und Warendisposition. Er ist Ansprechpartner für unsere Kunden, auch bei Erstkontakten.

Ihr gesamtes Arbeitsleben haben Sie sich mit Lebensmitteln beschäftigt. Was ist Ihr Zugang zu den Produkten, mit denen Sie arbeiten?

Uli: Ich bin ein Genussmensch. Lebensmittel müssen gut und lecker sein. Diesen Genuss lebe ich auch bei Bioprodukten. Ein besonderes Geschmackserlebnis sind für mich zum Beispiel die samenfesten, biodynamischen Gemüsesorten. Unser Möhre-Walnuss-Brot bekommt den letzten Pfiff durch die »Rodelika-Möhre« und schmeckt anders, wenn wir eine andere Sorte verbacken müssen. Und vor zwei Wochen konnte ich die Tomate »Ruthje« probieren. Deren Geschmack hat sogar meine Kindheitserinnerungen an die gute Tomate aus Großmutters Garten übertroffen.

Das Telefon steht bei Ihnen selten still. Ist das nicht sehr anstrengend?

Uli: Der direkte Kontakt zum Kunden ist für MÄRKISCHES LANDBROT überaus wichtig, sowohl zu den Wiederverkäufern als auch zu den Verbraucherinnen und Verbrauchern. Nicht nur, weil man im direkten Gespräch natürlich ganz anders über Besonderheiten bei den Zutaten oder neuen Produkten informieren kann. Für uns sind auch Reklamationen wichtige Informationen. Viele Kunden reagieren verwundert wenn ich sie bitte, das betroffene Brot an uns zurückzusenden. Aber zur weiteren Verbesserung unserer Qualität ist es hilfreich, wenn wir am Brot prüfen können, was die Ursache für den Reklamationsgrund gewesen sein könnte.

Seit Anfang des Jahres engagiert sich MÄRKISCHES LANDBROT intensiver im Bereich der Außer-Haus-Verpflegung. Was war Ihre Triebfeder hierfür?

Uli: Wir wollen neben dem Bereich der Bioläden weitere Absatzmärkte für uns erschließen. Gerade für die Menschen, für die gesunde Ernährung am wichtigsten wäre, wird die Essensqualität durch Essenszuschüsse definiert. Das trifft vor allem auf KiTas, Schulen, Altersheime und Krankenhäuser zu. Durch unsere intensive Öffentlichkeitsarbeit mit den von Jürgen Baumann durchgeführten Betriebsführungen, haben wir seit jeher einen regelmäßigen Kontakt zu KiTas und Schulen, die häufig von sich aus unser Brot nachfragen. Da lag es auf der Hand, diesen Bereich auszubauen.

Und wie läuft das Projekt an?

Uli: Im ersten Halbjahr haben wir unseren Absatz in der Gemeinschaftsverpflegung um ein Drittel gesteigert. Allerdings werden auch erste Herausforderungen sichtbar. Eine davon ist die direkte Belieferung von KiTas, denn die Lieferzeiten kollidieren mit denen der Bioläden. Inzwischen arbeiten wir aber bereits mit einem Großhändler und verschiedenen Schulcaterern zusammen und suchen weitere Kooperationspartner.
Schwieriger gestaltet sich der Zugang zur Gastronomie, denn sie wollen häufig das, was wir nicht wollen: Weißmehlprodukte, Aufbackware usw. Derzeit führen wir Gespräche mit »Die Kochwiese«. Das ist eine Berliner Organisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat regionale Bio-Bauern mit Köchen zusammenzubringen.

Viel Erfolg und herzlichen Dank für das Gespräch!