Theo Köster
Theo Köster

Oktober 2018 – Echt sein!
Interview mit Theo Köster, Backstubenleitung

Seit März 2017 unterstützt Theo Köster die Backstubenleitung von MÄRKISCHES LANDBROT. Zu den zentralen Aufgaben des erfahrenen Bäckermeisters gehört es, neue Produkte zu entwickeln und die internen Strukturen auf Herausforderungen vorzubereiten.

In Ihren gut 30 Jahren Berufstätigkeit haben Sie eine große Anzahl von Bio-Bäckereien kennengelernt. Was macht MÄRKISCHES LANDBROT für Sie besonders?

Theo: Neben dem Wunsch, gutes Brot zu machen, ist die Brotbäckerei demeter auch sozialpolitisch getrieben. Es geht darum, im Sinne eines ganzheitlichen Lebens andere Formen des Zusammenarbeitens zu entwickeln. Das macht sich zum Beispiel fest an den flachen Hierarchien im Betrieb, an den geringen Gehaltsunterschieden zwischen den verschiedenen Verantwortungsebenen oder in der besonderen Partnerschaft mit den Demeter-Landwirten in der fair & regional Initiative des Märkischesn Wirtschaftsverbundes.

Welche Herausforderungen entstehen aus dieser besonderen Unternehmenshaltung für die Zukunft?

Theo: Wichtig ist, uns weiterzuentwickeln ohne unsere Eigenheiten aufzugeben. Wir sollten noch stärker darauf setzen, 'echt' zu sein und über das zu reden, was wir tun. Es ist gut, dass wir fair & regional Demeter-Getreide verbacken. Das bedeutet aber auch, dass in einem Jahr mit schlechten Getreidequalitäten wie dem jetzigen viel Knowhow der Bäcker gefragt ist, um dies auszugleichen. Bei MÄRKISCHES LANDBROT ist viel Erfahrungswissen vorhanden, die Mitarbeiter bringen sich gerne ein. Diesen Ideenpool gilt es für die Weiterentwicklung zu nutzen.

Sie sind auch für die Produktentwicklung zuständig. Wo sehen Sie da den Weg für MÄRKISCHES LANDBROT?


Theo: Für uns ist es kein Ansatz, jedem Trend hinterherzulaufen. Trotzdem wollen wir das Sortiment weiterentwickeln. Wir verbacken beispielsweise mehr Urgetreide wie Emmer und versuchen regionale Rohstoffe zu verwenden. Bei den Neuprodukten setzen wir zudem auch auf kleinere Laibe von 500 Gramm. Damit werden wir dem Wunsch gerecht, auch Brot für kleine Haushalte anbieten zu können.

In Ihrem Lebenslauf fällt auf: Ihre lange und vielseitige Bäckerkarriere haben Sie für ein Studium unterbrochen. Warum sind Sie in die Backstube zurückgekehrt?

Theo: Nach einer Phase der Selbständigkeit habe ich begonnen, Sozialpädagogik zu studieren. Ich hatte das starke Gefühl, das im Leben noch erledigen zu müssen. Nach dem Diplom 2003 war es allerdings nicht möglich, einen Arbeitsplatz zu finden. Die Stadt Berlin stellte damals keine Mitarbeiter ein. Dann kam ein Angebot von einer Bio-Bäckerei, das ich nicht ausschlagen konnte - so bin ich in die Backstube zurückgekehrt.

Vielen Dank für das Gespräch.