Ein Ranger des INFAPRO rainforest rehabilitation projects auf Borneo.
Ein Ranger des INFAPRO rainforest rehabilitation projects auf Borneo.

In der Welt

Urwaldaufforstung auf Madagaskar und Borneo
Um einen Teil der CO2e-Emissionen zu kompensieren, die trotz aller Optimierungsansätze verbleiben, arbeitet MÄRKISCHES LANDBROT seit 2005 mit der Organisation PRIMAKLIMA-weltweit e.V. zusammen. Wir ließen auf Madagaskar in Maromizaha einen Drachenbaum-Regenwald aufforsten. 40 Hektar (400.000 Quadratmeter) wurden mit Pflänzlingen von 30 verschiedenen heimischen Baumarten bepflanzt. Die einzigartige Pflanzenvielfalt und die Tierwelt, wie z.B. Lemuren-Affen, sollten somit erhalten werden. Die Landbevölkerung sollte eine Perspektive durch möglichen Ökotourismus erhalten.
In 2012 wurde uns von dem Verein mitgeteilt, dass sie für den Erfolg des Projekts nicht länger garantieren können. Infolge einer eingesetzten militärischen Übergangsregierung auf Madagaskar kann der Objektpartner die Pflege und den Schutz vor Ort langfristig nicht sicherstellen. Bereits 30 Prozent der angepflanzten Bäume seien abgestorben und eine Einbeziehung der einheimischen Bevölkerung zur Nachpflanzung oder Bewachung des Gebietes kann nicht gewährleistet werden.
MÄRKISCHES LANDBROT folgte darum der Empfehlung von PRIMAKLIMA-weltweit e.V. und beteiligt sich nun an einem Aufforstungsprojekt auf Borneo, dem INFAPRO rainforest rehabilitation project in Sabah. Das Gebiet gehört zum bedrohten Lebensraum von zehn Primatenarten, darunter dem Orang Utan. Mit dem Projekt sollen der lokalen Bevölkerung Arbeitsplätze im Bereich der Aufzucht von Pflänzlingen, der Forstwirtschaft, dem Naturschutz und Ökotourismus sowie der Forschung ermöglicht werden.
Mit unserer Beteiligung am Borneo Projekt wird ein Drittel der CO2e-Emissionen von MÄRKISCHES LANDBROT ausgeglichen, die restlichen zwei Drittel werden ohne Projektzuordnung durch das allgemeine PRIMAKLIMA-Projektportfolio abgedeckt.
Hier auf unserer Webseite befindet sich ein Emissionsrechner, mit dem Interessierte sich den Bedarf an aufzuforstender Waldfläche zum Ausgleich der von ihnen privat verursachten Emissionen ausrechnen können.
www.prima-klima-weltweit.de

Feldberater Souleymane Mohamed begutachtet gepflanzte Akazienbäume.
Feldberater Souleymane Mohamed begutachtet gepflanzte Akazienbäume.

Feldberatung in Niger
Seit 2006 fördert MÄRKISCHES LANDBROT über die Entwicklungshilfeorganisation EIRENE e.V. ein Projekt zur Verbesserung der Nahrungssicherheit in Niger, einem der ärmsten Länder der Welt. In Zusammenarbeit mit der nigrischen Nichtregierungs-
organisation ADROC werden Bauernfamilien in der Region Téra im westlichen Niger geschult ihren Ackerbau so zu verbessern, dass sie langfristig genügend Nahrung und Einkommen erwirtschaften können. Seit 2013 finanziert MÄRKISCHES LANDBROT für vier Jahre den Feldberater Chétima Moustapha, der die Bauern vor Ort schult. Schwerpunkte sind Erosionsschutz und Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit. Hierzu werden zum Beipiel schnellwüchsige Bäume wie die Akazie in die Felder gepflanzt. Ein Zwischenbericht vom März 2015 belegt, dass die Schulungen sich bezahlt machen, denn der Ernteertrag von Kolbenhirse stieg auf den behandelten Feldern gegenüber den unbehandelten auf fast das Doppelt an.
Seit November 2015 ist Souleymane Mohamed neuer Feldberater. Im Fortschrittsbericht vom 1. Dezember 2016 erfahren wir, dass auch in diesem Jahr die Hirseerträge jener Felder um das Doppelte gesteigert werden konnten, dessen Bauern an den Schulungen teilnahmen. Diese Erfolge motivieren andere Dorfbewohner auch an den Schulungen teilzunehmen.

Seit April 2017 unterstützt MÄRKISCHES LANDBROT die Feldberaterin Zeinabou Hama Maiga und verlängert damit die Projektförderung um weitere zwei Jahre bei EIRENE. Zeinabou ist neu im Team weil ein anderer Feldberater die Gruppe verließ. Sie führt die Beratung der Familien in den Bereichen Erosionsschutz, Bodenverbesserung, Pflege und Anpflanzung von Bäumen fort. Desweiteren berät sie die neu gegründeten Selbsthilfegruppen in der Umsetzung der Aktionspläne. Im Team wird sie sehr geschätzt, weil sie bereits nach wenigen Monaten dynamisch und professionell arbeitet. Zuvor war sie in einem Gesundheitsprojekt in Téra tätig.
www.eirene.org

Feldberater Aimable (ganz rechts) bespricht mit den Bäuerinnen und Bauern vor der Bohnenernte, worauf zu achten ist. Foto: UGEAFI
Feldberater Aimable (ganz rechts) bespricht mit den Bäuerinnen und Bauern vor der Bohnenernte, worauf zu achten ist. Foto: UGEAFI

Ernährungssouveränität im Kongo
Seit 2017 unterstützt MÄRKISCHES LANDBROT ein neues Projekt zur Verbesserung der Ernährungssicherung auf dem abgelegenen Hochplateau von Minembwe in der demokratischen Republik Kongo. Die Menschen dort sind weitgehend auf sich selbst gestellt, befahrbare Wege gibt es kaum. Waren müssen zu Fuß transportiert werden. Umso wichtiger ist es, dass die Bevölkerung ihre Lebensmittel vor Ort produziert. In dem von der heimischen Nichtregierungsorganisation UGEAFI durchgeführten und vom deutschen Entwicklungsministerium (BMZ) geförderten Projekt sind sechs landwirtschaftliche Beraterinnen und Berater beschäftigt. Sie vermitteln den 1.000 Ackerbauern Kenntnisse über organische Düngung, Fruchtfolgen und Erosionsschutz beim Anbau der drei Hauptfrüchte Mais, Bananen und Bohnen.
Da das vorhandene Saatgut nicht mehr ertragsfähig war, wurde 2016 Saatgut aus dem benachbarten Ruanda eingeführt. Dieses wird nun von 32 Multiplikatoren regelmäßig vermehrt und an die Kleinbäuerinnen und -bauern des Hochplateaus verteilt.
Zum Projekt gehört auch ein Alphabetisierungs-Programm für Frauen. 90 Prozent der erwachsenen Frauen sind Analphabeten, sie betreiben Subsistenzlandwirtschaft und kümmern sich um die verschiedenen Generationen der Familie. Jährlich werden nun 300 von ihnen in Lesen und Schreiben unterrichtet. Damit sollen ihre Möglichkeiten, am öffentlichen und wirtschaftlichen Leben teilzunehmen, verbessert werden.
MÄRKISCHES LANDBROT übernimmt die vom BMZ geforderte Kofinanzierung des Projektes in Höhe von knapp 8.000 Euro für drei Jahre.

Das Monsanto-Tribunal
- ein symbolisches Bürgergericht dokumentiert die Vergehen des Agro-Konzerns
Durch Freihandelsabkommen wie TTIP und Ceta sollen den globalen Konzernen weitreichende Privilegien und Klagemechanismen gegen Staaten zur Durchsetzung ihrer kommerziellen Interessen eingeräumt werden. Deutlich schwieriger gestaltet es sich, die gleichen Konzerne für die weltweiten Folgen ihrer Tätigkeiten zur Verantwortun zu ziehen. Dies will das Monsanto-Tribunal, das vom 14. bis 16. Oktober 2016 in Den Haag zusammentrat, ändern. Es wurde dafür der Konzern ausgewählt, der wie kein anderer für die Verfehlungen der Agro-Industrie und die Gesundheits- und Umweltschäden durch Pestizide und Agrogen-Technik steht. Das Bürgergericht hat das Ziel, Monsanto wegen seiner Verbrechen gegen die Menschlichkeit und wegen »Ökozid« zur Rechenschaft zu ziehen. 20 Kläger aus Amerika, Europa, Asien und Afrika sagten vor international anerkannten Richtern und Anwälten über die Folgen von Monsantos Produkten und Praktiken aus. Daraus soll ein Rechtsgutachten formuliert werden, das für Gerichtsverfahren oder politische Aktivitäten gegen Monsanto & Co. verwendet werden kann. Wie in den allgemeinen Grundsätzen des Zivilverfahrensrechts vorgeschrieben, war auch Monsanto eingeladen Stellung zu beziehen - erschien aber nicht.
Parallel dazu fand eine »People's Assembly« statt, in der Strategien und Konzepte zur Sicherung der natürlichen Grundlagen unseres Planeten entwickelt wurden. Unterstützt wurde das Tribunal von rund 500 Organisationen und prominenten Mitgliedern wie Vandana Shiva, dem kritischen Glyphosat-Forscher Seralini oder Olivier de Schutter (UN-Sonderberichterstatter zum Recht auf Nahrung bis 2014). MÄRKISCHES LANDBROT unterstützte das spendenbasierte Tribunal finanziell.
www.monsanto-tribunal.org