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Umweltkostenrechnung

 
 
Umweltkostenrechnung

Das Projekt Umweltkostenrechnung, genauer 'Einführung eines integrativen Umweltkostenrechnungsmodells bei der MÄRKISCHES LANDBROT GmbH, Berlin' (gefördert aus Mitteln des Landes Berlin sowie des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung) wurde im August 1998 abgeschlossen.

Die nachfolgende Zusammenfassung ist dabei dem Endbericht entnommen (Thomas Claes und Carsten Gellrich).

Das Projekt Umweltkostenrechnung beinhaltete sowohl die methodische Entwicklung eines integrativen stoffflussorientierten ökologischen Kostenrechnungsmodells als auch die innerbetriebliche EDV-gestützte Umsetzung dieses Modells.

Entscheidungsfaktoren

Im Vordergrund stand hierbei zum Einen die Integration umweltrelevanter Entscheidungsfaktoren in das bereits vorhandene betriebliche Kostenrechnungssystem als auch die Anknüpfung an bereits vorhandenes umweltrelevantes Datenmaterial wie beispielsweise die Ökobilanz.

Ziel

Ziel war es, eine größere Kostentransparenz und damit zum Einen die Grundlage für Kosteneinsparpotenziale als auch die Identifizierung von weiteren ökologischen Optimierungspotenzialen zu schaffen.

Um dieses Ziel zu erreichen, wurden zunächst die wichtigsten bestehenden Ansätze zur Umweltkostenrechnung auf ihre Verwendungsmöglichkeit bei der MÄRKISCHES LANDBROT GmbH überprüft. Da sich keiner dieser Ansätze zur direkten Übertragung eignete, wurde ein Konzept für eine integrative Umweltkostenrechnung entwickelt, das sich einerseits in die bestehende Kostenrechnung der Märkisches Landbrot GmbH implementieren ließ aber gleichzeitig dazu geeignet ist, von weiteren kleinen und mittelständischen Unternehmen übernommen zu werden.

Grundlagen

Als Grundlage dieses Konzeptes diente eine stoff- und energieflussbezogene Betrachtung der betrieblichen Abläufe, da ein solcher Ansatz zur Identifizierung von ökonomisch-ökologischen Schwachstellen am besten geeignet ist. Eine stoff- und energieflussbezogene Vorgehensweise stellt zudem die Anbindung an die Methodik der betrieblichen Ökobilanz sicher.

Das Konzept basiert auf einer detaillierten Definition der Umweltkosten, die in drei grundlegende Kategorien eingeteilt und schließlich um die sogenannten zusätzlichen Umweltleistungen ergänzt wurden. Es bestehen die folgenden Kategorien:

  • Integrierte Umweltschutzkosten
  • Integrierte Umweltbelastungskosten
  • Zusätzliche Umweltkosten
  • Zusätzliche Umweltleistungen

In diesem Zusammenhang sind unter integrierten Kosten solche zu verstehen, die in der betrieblichen Kostenrechnung eines Unternehmens geführt werden. Es handelt sich also um Kosten, die tatsächlich anfallen. Unter den zusätzlichen Umweltkosten bzw. -leistungen hingegen sind solche zu verstehen, die nicht in der betrieblichen Kosten- bzw. Leistungsrechnung geführt werden. Es handelt sich somit um fiktive, selbstauferlegte Kosten bzw. Leistungen, die sich auf unternehmensexterne Umwelteffekte beziehen.

Über die Berücksichtigung dieser vier umweltorientierten Kosten- bzw. Leistungskategorien ist somit die Möglichkeit geschaffen worden, die zusätzlichen Umweltkosten sowie die zusätzlichen Umweltleistungen zu internalisieren. Durch diese Internalisierung finden die Aspekte der betrieblichen Umweltpolitik, die sich auf den Umweltschutz außerhalb des Unternehmens beziehen, auf der innerbetrieblichen ökonomischen Ebene Ausdruck. Das heißt, es wird erstmals möglich, die ökologische Zielsetzung in der Kostenrechnung, also auf der ökonomischen Ebene abzubilden und somit alle Nutzungsmöglichkeiten des klassischen Controllings auch für die ökologischen Fragestellungen zu erschliessen.

Nach Einführung hat sich die Umweltkostenrechnung aus Gründen der Praktikabilität auf die integrierten Kosten beschränkt.

 
 

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