Friederike Freudenberg
Friederike Freudenberg

Oktober 2016 – Bäckerin aus Leidenschaft
Interview mit Friederike Freudenberg, Bäckermeisterin und Lebensmitteltechnikerin

Seit März dieses Jahres arbeitet die Bäckermeisterin und Lebensmitteltechnikerin Friederike Freudenberg bei MÄRKISCHES LANDBROT in der Backstube. Zum 1. August wurde sie Mitglied in der Backstubenleitung.

Warum bist Du Bio-Bäckerin geworden?

Friederike: Zunächst habe ich eine Lehre als Konditorin absolviert. Beim Aushelfen in der Backstube hat mir die handfestere Arbeit dort gut gefallen und ich habe eine Bäckerausbildung angeschlossen. Dort habe ich allerdings nur das Backen mit technischen Hilfsmitteln beziehungsweise »Chemie« gelernt. Auch nach der Abschlussprüfung war ich noch sehr unerfahren und unwissend bezüglich der ursprünglichen Herstellung von Brot. Um mehr zu lernen, bin ich in eine Bio-Bäckerei gewechselt.

Mehr zu wissen scheint für Dich ein großer Antrieb zu sein, denn zusätzlich zu den zwei Lehren hast Du noch die Meisterprüfung und ein Studium der Lebensmitteltechnik abgeschlossen.

Friederike: Ja, auch nach der Ausbildung hatte ich noch viele Fragen, zum Beispiel zu den enzymatischen Vorgängen bei der Teigbereitung oder welche Abbauprozesse bei der Teigruhe geschehen. Die konnte mir kein Meister beantworten. Darum habe ich dann an der Berliner Fachschule für Lebensmitteltechnik den Schwerpunkt Bäckereitechnik studiert.

Trotz Studium hast Du im März als Bäckerin bei MÄRKISCHES LANDBROT begonnen. Was hat Dich zurück in die Handwerksbackstube geführt?

Friederike: Mir ist es sehr wichtig, weiterhin im Biobereich zu arbeiten. Nicht nur weil mir das handwerkliche Backen gefällt, sondern auch weil die ganze Mentalität im Biobereich eine andere und der Umgang der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter menschlicher, fairer und familiärer ist. MÄRKISCHES LANDBROT war mir vom Hörensagen schon von meiner vorherigen Arbeit bei zwei anderen Berliner Bio-Bäckern als interessante Demeter-Brotbäckerei bekannt. Als ich die Stellenausschreibung gesehen habe, habe ich mich direkt beworben.

Obwohl Du erst fünf Monate im Betrieb warst, bist Du im August Mitglied der nun fünfköpfigen Backstubenleitung geworden. Wie kam es zu dem schnellen Aufstieg?


Friederike: Mit dieser Entwicklung hatte ich im März auch noch nicht gerechnet. Die Geschäftsführung hat beschlossen, die Backstubenleitung wegen einiger neuer Aufgaben um eine Person zu verstärken. Wohl auch wegen meiner hohen Qualifizierung ist die Wahl auf mich gefallen. Nach wie vor bin ich jeden Tag in der Backstube, um mehr Routine in den Abläufen zu bekommen. Hinzu kommen jetzt Aufgaben wie Personalplanung und Mitarbeiterführung. Beruflich bin ich wunschlos glücklich, denn für mich ist backen nicht nur Job, sondern auch Leidenschaft.

Herzlichen Dank für das Gespräch und alles Gute!