Folgen des Klimawandels

Ein weiterer Aspekt der wirtschaftlichen Leistung ist der Aufwand an finanziellen Mitteln, die durch die Folgen des Klimawandels für den Betrieb entstehen.

In Bezug auf die Aktivitäten von MÄRKISCHES LANDBROT lassen sich die finanziellen Folgen aufgrund des Klimawandels schwer abschätzen.

Relative Änderungen der durchschnittlichen potentiellen Erträge am Beispiel von Winterweizen in der Periode 2040 bis 2050 gegenüber der Referenzperiode 1980 bis 1990 ohne Berücksichtigung des CO2-Effektes auf die Photosynthese (mit CO2-Effekt) (Stock, PIK 2006).

Relative Änderungen der durchschnittlichen potentiellen Erträge am Beispiel von Winterweizen in der Periode 2040 bis 2050 gegenüber der Referenzperiode 1980 bis 1990 ohne Berücksichtigung des CO2-Effektes auf die Photosynthese (mit CO2-Effekt) (Stock, PIK 2006).

Wie schnell und mit welcher Konsequenz sich der Klimawandel vollzieht, hat natürlich auch damit zu tun, welche Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Für uns ist allerdings sicher, dass auf lange Sicht nur der Erhalt der Biodiversität (Lebensvielfalt) den Landwirten Möglichkeiten an die Hand gibt, geeignetes Saatgut bei sich ändernden Klimabedingungen einzusetzen. Die Zukunftsperspektiven machen ebenso deutlich, dass das Speichervermögen des Bodens erhalten und gesteigert werden muss, um der Wasserverdunstung bei zunehmender Erderwärmung entgegen zu wirken. Der ökologische Landbau leistet bereits schon heute - im Gegensatz zur konventionellen Landwirtschaft - durch den kontinuierlichen Aufbau der Humusschicht für den Boden einen wesentlichen, positiven Beitrag.

Wie Forschungsergebnisse von 2016 der Universität Hohenheim in Stuttgart ergaben, werden aufgrund des wachsenden Anteils von CO2 in der Atmosphäre künftig schlechtere Backeigenschaften und weniger Nährstoffe die Probleme bei Weizen sein.

Neben den klimatischen Herausforderungen sind die Brandenburger Demeter-Betriebe auch mit steigenden Betriebskosten konfrontiert. Energie, Saatgut, Maschinen und Ersatzteile haben sich weit über die durchschnittliche Inflationsrate hinaus erhöht.
Ein besonderes Problem stellen die in Folge des Bioenergie-Booms explodierenden Bodenpreise dar. Die Pachtpreise haben sich in den neuen Bundesländern zwischen 2007 und 2010 nahezu verdreifach. Ähnliche Entwicklungen gibt es beim Landkauf. Die Bio-Betriebe können beim »Run« auf die knappe Ressource Boden nicht gegen Biogas-Anlagenbetreiber konkurrieren. Neue Flächen können die Betriebe nicht hinzupachten, häufig verlieren sie Pachtflächen bei der Neuausschreibung der Verträge.
Diese langfristigen Enwicklungen haben zunehmend Auswirkungen auf die Getreidepreise. Bauern und Bäcker waren sich am »Runden Tisch Getreide« bei MÄRKISCHES LANDBROT im Sommer 2011 einig, die Rohstoffpreise für Roggen und Weizen der Ernte 2011 um zehn Prozent erhöhen zu müssen. Obwohl der Getreidepreis nur etwa 15 Prozent der Poduktionskosten von MÄRKISCHES LANDBROT ausmacht, ist das eine alarmierende Entwicklung, deren Ende nicht in Sicht ist.