Geschäftspolitik Zulieferer
MÄRKISCHES LANDBROT bietet den Kunden auf dieser Website für alle eigenen Produkte eine Volldeklaration sämtlicher Rohstoffe und investiert große Mühen, die Herkunft aller Zutaten lückenlos darzustellen.
Auch über Bio mit Gesicht sind die Rohstoffe unserer Zutaten bis zu den Landwirten rückverfolgbar.
Landwirte
Da sowohl im Einkauf als auch im Vertrieb bewusst regional gewirtschaftet wird, fallen die Ausgaben für Zulieferer und Dienstleister nahezu vollständig regional an.
MÄRKISCHES LANDBROT ist nicht nur eine Bäckerei, sondern auch eine in der Mühlenvereinigung Berlin-Brandenburg e.V. organisierte Mühle. Mit den im Betrieb installierten Mühlen ist die Bäckerei in der Lage, die gesamte Getreide-Verarbeitungsmenge täglich selbst zu vermahlen. Nur Auszugsmehle werden aufgrund des Feinheitsgrades über die Mühlen Wolter oder Trossin gemahlen. 83 Prozent der verarbeiteten Getreideprodukte werden bei MÄRKISCHES LANDBROT als vermahlenes Vollkornmehl verbacken.
Diese Geschäftspolitik bietet die Möglichkeit, das Getreide direkt bei den Bauern einzukaufen. Von dem im Jahr 2010 verarbeiteten Getreide konnten 98 Prozent aus Brandenburg und Sachsen (drei Partnerbetriebe) sowie von einem ebenfalls regionalen und langjährigen Demeter-Partnerbetrieb aus Juchowo (an der polnischen Grenze) bezogen werden. Das ist nahezu die gesamte verarbeitete Getreidemenge. Das schließt auch den an die Mühlen gelieferten Anteil ein, der von MÄRKISCHES LANDBROT direkt beim Bauern gekauft, von der Mühle in Lohnverarbeitung vermahlen und an die Bäckerei geliefert wird. 15 Prozent der von MÄRKISCHES LANDBROT weitergegebenen ökonomischen Werte sind 2009 in Form von Rohstoffzahlungen direkt an die Landwirte geflossen.
Die Wetterkapriolen in 2011 machten Landwirten und Bäckern zu schaffen. Erst die Trockenheits- und Hitzerekorde im Frühjahr und dann lässt der verregnete Sommer die Ernte ins Wasser fallen. Nur die Landwirte, die über nachträgliche Trocknungsmöglichkeiten verfügen, konnten große Teile der Ernte retten – allerdings mit zusätzlich verbundenen Kosten. Für uns bedeutet dies im Verarbeitungszyklus 2011 / 2012 eine Umstrukturierung der Getreideankäufe. Aus der Ernte 2011 können leider circa 30 Prozent des Brandenburger Roggens nicht verbacken werden. Mit der Mühle PrimaVera in Bayern haben wir eine Art Tauschgeschäft vereinbart. Diese kauft einen Teil des nicht backfähigen Roggens, um daraus Flocken herzustellen. Im Tausch bekommt MÄRKISCHES LANDBROT Roggen in guter Qualität. Aus Juchowo, einem Demeter-Hof in Polen, bekommen wir die fehlende Restmenge an Roggen geliefert. Der Einkaufsvorteil wird an die Bauern weitergegeben – also ein günstigerer Marktpreis zu unserer höheren Preisvereinbarung. Fehlmengen beim Weizen müssen durch Zukäufe von Demeter-Betrieben in Österreich und Ungarn ausgeglichen werden. Nur die Dinkelernte in Brandenburg ist zufriedenstellend ausgefallen. Für die Bäcker bedeuten die veränderten Qualitäten des Getreides, dass viele Tests notwendig sind, um Teigführung und Knetzeiten anzupassen, damit für die Kunden die gewohnt gute Qualität gewährleistet ist.

- Geschäftsführer Joachim Weckmann im Gespräch über die Getreidequalität mit Ludolf von Maltzan vom Ökodorf Brodowin.
Neben dem Vorteil, dass wir genau wissen, was im Getreide und im Mehl 'drin' ist – weil es nicht durch eine zentrale Mühle mit mehreren unterschiedlichen Getreidechargen gemischt wurde – führt der direkte Kontakt zum Bauern zu einer besonderen und persönlichen Beziehung zwischen Bäcker und Bauer.
Jährlich besucht Geschäftsführer Joachim Weckmann die Landwirte persönlich. Hier werden die Felder angesehen, über den Stand des Getreides und über erwartete Erntemengen gesprochen.

- Treffen der Landwirte, Müller und Bäcker beim Runden Tisch Getreide 2011 in Berlin.
Neben diesen Gesprächen vor Ort auf den Höfen bietet auch der jährlich bei MÄRKISCHES LANDBROT stattfindende »Runde Tisch Getreide« die Möglichkeit, sich auszutauschen. Hier nehmen alle Bauern teil, die MÄRKISCHES LANDBROT beliefern. Auch für andere Bäcker ist die Runde offen. Seit langen Jahren begleitet uns die Bäckerei VOLLKERN. Dies ist der Ort, an dem wir gemeinsam kritisch Getreidequalitäten diskutieren und ein Abgleich zwischen erwarteten Erntemengen der Landwirte und den zu verarbeitenden Mengen der Bäcker stattfindet.
Die lange Jahre praktizierte Zusage von Getreidepreisen im oberen Drittel des Marktpreises wurde mit dem »Runden Tisch Getreide 2009« wieder aufgegeben. 2009 wurde in dieser Runde beschlossen, sich bei der Preisfindung unabhängig von schwankenden Marktpreisen zu machen, die weder die Bedürfnisse der Landwirte noch die der Bäckerei widerspiegeln und lediglich von Nachfrage und Angebot auf den Weltmärkten bestimmt werden. Die vereinbarten Festpreise für Roggen, Weizen und Dinkel sollen den Landwirten ein gutes Einkommen sichern und angemessene Rohstoffpreise für die Bäcker sein. So wurden seitdem unbefristete Festpreise vereinbart. Passt die Vereinbarung für einen Geschäftspartner nicht mehr, so wird die Runde einberufen und es wird neu verhandelt.
Aufgrund der bereits oben erwähnten Wetterkapriolen 2011 können leider viele bestehenden Zusagen nicht eingehalten werden und es muss nachverhandelt werden.
So musste die Entwicklung der Betriebskosten und Pachtkosten für Ackerland Auswirkungen auf die Getreidepreise haben. Bäcker und Landwirte waren sich am »Runden Tisch Getreide 2011« einig, dass man weiterhin an der 2009 getroffenen Vereinbarung festhalten will, die Preise nicht am ständigen Auf und Ab des Getreidemarktes zu orientieren.
Stattdessen an dem, was für Landwirte und Bäcker nötig und möglich ist, um gut arbeiten zu können. Nach kurzer Diskussion einigte man sich zur Zufriedenheit aller darauf, die Preise für Roggen und Weizen um zehn Prozent anzuheben. Ab der Ernte 2011 werden 44 Euro für Roggen und 50 Euro pro Dezitonne für Weizen gezahlt. Der Basispreis für Dinkel bleibt bei 56 Euro.
Dabei übernimmt MÄRKISCHES LANDBROT nach wie vor zusätzlich die Kosten für Qualitätszuschläge, Transport und Lagerkosten, weitergehende Reinigungskosten, Kosten für Probenahme und Ablaufkoordination, Labor- und Analysekosten sowie Demeter-Lizenzgebühren.
Ebenfalls wurde beschlossen, dass man sich auf den anderen Märkten, wie z.B. bei Fleisch und Milch, für faire Preise einsetzen will.
Mit den am »Runden Tisch Getreide« garantierten Abnahmepreisen können die Bauern nicht nur gut leben und auch qualitativ gute Arbeit leisten, auch MÄRKISCHES LANDBROT sichert sich auf dem Markt höchste Getreidequalitäten und sorgt für eine außergewöhnliche Versorgungssicherheit.
Mit der Transparenz in der Preispolitik will MÄRKISCHES LANDBROT zu einer nachhaltigen Entwicklung des biologisch-dynamischen Landbaus beitragen.
Viele der uns beliefernden Landwirte haben die fair & regional Charta mit unterzeichnet. Inzwischen ist die Initiative über die regionalen Grenzen hinaus bekannt und gilt als Vorbild für nachhaltiges Wirtschaften. In Sachsen wurde bereits eine Initiative nach unserem Vorbild ins Leben gerufen.

- Fairer Handel entlang der Wertschöpfungskette. © fair & regional Bio Berlin-Brandenburg
